Live-Kommunikation: die Sprache von erfolgreichen Events (Teil 1)

Als Eventagentur bieten wir viele verschiedene Eventkonzepte für die unterschiedlichsten Anlässe an. Eine der wichtigsten Komponenten für unsere Leistung ist die Ressource „Mensch“. Das Zusammentreffen von Menschen bildet den zentralen Kern unserer Dienstleistung. Und eben dort wo Menschen sind braucht es Kommunikation – um genau zu sein sehr effiziente Live-Kommunikation, je größer die Gruppe. In aktuell unruhigen Zeiten werden die Einflüsse auf unsere VUCA-Welt mehr als deutlich. Insbesondere wie wichtig menschliches Sozialverhalten für körperliche und psychische Gesundheit sind und dass es nicht einfach ist, Barrieren zu überwinden – sowohl im kognitiv als auch räumlich.

Events sind in ihrer Ausprägung dadurch gekennzeichnet, dass einige Menschen sich eine (oder mehrere) gemeinsame Situation teilen, sich am gleichen Ort aufhalten und in irgendeiner Weise miteinander in Verbindung treten – sie kommunizieren. Der österreichische Philosoph und Wahl-Amerikaner Paul Watzlawick begründete einst die fünf Axiome der menschlichen Kommunikation. Besonders das erste von ihm formulierte Axiom „man kann nicht ’nicht‘ kommunizieren“ ist sehr bekannt. Wenn wir uns den Prozess der Kommunikation genauer anschauen, stellen wir fest, dass die menschliche Kommunikation über viele verschiedene Kommunikationskanäle und mit Hilfe viele -instrumente umgesetzt wird. Egal worüber oder mit wem wir kommunizieren: Kommunikation findet immer zwischen Sender:in und Empfänger:in statt. Bei der Übermittlung können Störfaktoren dazu führen, dass der eigentliche Sinn der Botschaft entfremdet wird und anders bei den Empfänger ankommt, als es ursprünglich beabsichtigt war. Sprache, Tonfall, Gestik, Mimik, Geschwindigkeit und vieles andere: die Art wie und natürlich auch was wir sagen liegt in unserer Hand. Dass Kommunikation ein bidirektionaler Prozess ist ebenso entscheidend, wie die Tatsache, dass wir in der Lage sind uns auf unsere Zielgruppe anzupassen und die Kommunikation dementsprechend auch zu verändern.

Live-Kommunikation – die Seele von Events

Mit Live-Kommunikation ist in der Veranstaltungsbranche die Möglichkeit gemeint, Botschaften auf direktem Wege – also schnell und ohne Umwege – an die entsprechende Zielgruppe zu kommunizieren. Das Event selbst ist das am meisten genutzte und aussagekräftigste Instrument für diese Absicht. Eine Veranstaltung schafft die richtige Atmosphäre und Raum, gewünschte Botschaften und Informationen zielgerichtet an die Eventteilenehmer zu verteilen. Unabhängig davon, wann und wie die Teilnehmenden mit den Botschaften in Kontakt kommen, hat sich eine Sache bewährt: eine nachhaltige Erinnerung an das Event wird am besten damit erreicht, wenn Kernaussagen emotional-aufgeladen sind und auf verschiedenen Wegen zu den Teilnehmenden gelangt. Wie heißt es doch so schön: der Weg ist das Ziel, oder? Nicht so ganz, denn die Vielfalt der Wege öffnet zwar letztendlich Tür und Tor, damit die Botschaften nicht an bestehenden Barrieren abgehalten werden – dennoch muss dafür gesorgt werden, dass sie ihren Bestimmungsort auch nicht mehr verlassen. In der Psychologie begegnen uns zuweilen drei bekannte Phänomene, die uns bei der Aussaat unserer Botschaften helfen.

Zuerst, zuletzt oder doch immer wieder?

Der Primacy-Effekt sagt im Grunde genommen, dass zu Beginn präsentierte Informationen von uns Menschen besser erinnert werden können. Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass diese Informationen leichter ins Langzeitgedächtnis gelangen können, da wir zuvor mit noch keiner Information konfrontiert worden sind. Unser Geist ist frei und technisch gesagt noch nicht mit einem anderen Prozess beschäftigt, wodurch sich keine negativen Einflüsse auf den Abspeicherungsprozess im Langzeitgedächtnis ergeben.

Im erweiterten Sinne ist der Primäreffekt dasjenige Phänomen, das unseren Umgang mit der Wirkung des ersten Eindrucks steuert.

Dem gegenüber steht der Recency-Effekt, welcher in seiner Ausprägung stark dem Primacy-Effekt ähnelt, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: der Zeitpunkt der Informationsaufnahme erfolgt zum Ende des Events.

Zuerst (primacy) und zuletzt (recency) dargebotene Elemente einer Liste werden am besten erinnert – Elemente in der Mitte am schlechtesten. Der Mere-Exposure-Effekt hingegen besagt, dass die wiederholte Darbietung eines Reizes führt zu einer positiveren Bewertung und einer Einstellungsänderung gegenüber einer Sache führt.

Menschen lieben Geschichten …

… also geben wir ihnen welche! Mit Storytelling greifen wir auf ein eindrucksvolles Werkzeug und Kommunikationsinstrument zurück, welches uns erlaubt, Informationen in jeglichen Zusammenhängen bildhaft zu verdeutlichen.

Der rote Faden ist unser Kompass und zieht sich konsequent durch das ganze Event. Ein durchdachtes Konzept und eine aussagekräftige Kernbotschaft – nicht ganz einfach, aber nicht unmöglich! Jede gute Geschichte braucht einen Spannungsbogen, mit Höhen und Tiefen. Geschichten leben von Bildern in den Köpfen der Menschen. Die Bilder können allerdings nur entstehen, wenn wir einen passenden Erzählrahmen geschaffen haben und uns ausschließlich in diesem bewegen. Nur Informationen in eine Story zu verpacken reicht für ein gelungenes Event nicht aus. Sie sollten einen Mehrwert für Ihre Teilnehmer:innen bieten und diese nicht nur berieseln. Dafür muss man die Zielgruppe kennen und die Inhalte und Botschaft individuell an diese anpassen, um möglichst viele Menschen mit seiner Botschaft zu erreichen. Die Stichworte hier lauten Relevanz, Klarheit und Fokus. Wenn Sie die Geschichte Ihres Events so erzählen, dass sich Menschen Drain wiederfinden und den Bezug zu ihnen erkennen, kommunizieren Sie automatisch auch klar. Klarheit bedeutet, dass Kernaussagen und Zusammenhänge leicht und einfach verständlich sind und Sie die Zielgruppe erreichen. Fokussieren Sie sich auf das Wesentliche und lassen Sie Unnötiges außen vor.

Beim Erzählen baut sich langsam eine Spannung auf, das Event stellt dann den Höhepunkt dar. Sie fragen sich, woran Sie den Erfolg messen können? Wenn die Teilnehmer:innen am Ende des Events den Ausgang der Geschichte selbst vervollständigen können – schließlich sind sie ja ein Teil des Ganzen.

Wie sich Live-Kommunikation gerade in Krisenzeiten verändert und welche Rolle die Digitalisierung aber auch der Faktor Mensch dabei spielen – das erfahren Sie unserem zweiten Teil zum Thema „Live-Kommunikation“.

Sebastian Bohner