Einen erfolgreichen Vortrag zu halten, der die Zuhörer in seinen Bann zieht und auf ganzer Linie überzeugt, will gelernt sein. Wir sagen Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen. Wie Sie sich sicher schon gedacht haben, beginnt Ihre Keynote nicht auf der Bühne, sondern mit einer gründlichen Vorbereitung. Mit Vorbereitung meine ich hierbei nicht nur die Recherche zu Zahlen, Daten und Fakten. Sicherlich ist das die Grundlage für eine profunde Rede, allerdings gehen wir hier davon aus, dass die Inhalte der Präsentation bereits stehen und es um die ansprechende Darstellung dieser geht.

A ufbau

Erfahrungsgemäß bleiben meist nur Anfang und Ende eines Vortrags beim Zuhörer im Gedächtnis. Das soll nicht heißen, dass es für den Zuhörer egal ist, was sich dazwischen abspielt. Vielmehr sollte sich der Redner überlegen, wie er die Aufmerksamkeit seines Publikums auch nach dem Einstieg weiterhin auf einem angemessenen Level hält.

Eine erfolgreiche Keynote strapaziert daher die Aufmerksamkeit des Publikums nicht länger als nötig und basiert auf einem roten Faden, der sich stringent durch die Präsentation zieht. Anregungen und Aufforderung sind jedoch erwünscht, es soll ja schließlich keine One-Man-Show werden, die ohne das Feedback der Audience auskommt.

B lickkontakt

Binden Sie Ihr Publikum aktiv mit ein. Ein wichtiger Schritt hierzu ist die Überbrückung der räumlichen Distanz zwischen dem Vortragenden und seinen Zuhörern. Bauen Sie Blickkontakt mit dem Publikum auf und erzeugen somit das Gefühl einer direkten Ansprache bei den Menschen.  Achten Sie darauf, dass dabei alle Seiten der Audience gleichermaßen einbezogen werden. Hilfreich kann es deswegen sein, wenn man das Publikum z.B. entsprechend der Sitzanordnung in Gruppen unterteilt und den Blick in geregelten Abständen über die einzelnen Gruppen schweifen lässt.

D esign

Eigentlich ein untergeordnetes Thema, wenn es um den Erfolg einer Keynote geht und doch widmen viele Menschen ihre Aufmerksamkeit bei der Konzeption des Vortrages dem Design ihrer Präsentation. Ich habe an dieser Stelle bewusst versucht, nicht von einer PowerPoint zu sprechen, denn es gibt inzwischen einige Formate, die eine Keynote visuell auf verschiedenste Weise unterstützen können. Dennoch verleitet gerade eine PowerPoint-Präsentation dazu, in einige stilistische Fettnäpfchen zu treten. Zu den wohl bekanntesten zählen ein schlechtes Kontrastverhältnis zwischen Text und Hintergrund sowie überladene Effekt-Explosionen durch Animationseffekte, die letztlich vom Inhalt der Folien ablenken. Genau das sollte auf jeden Fall vermieden werden. Machen Sie sich klar, dass nicht Ihr Präsentationsmedium, sondern Sie, genauer gesagt der Inhalt Ihres Sprechens im Fokus stehen sollten.

E instieg

Ein guter Einstieg ist wie ein Köder beim Fischen – wohl überlegt ausgewählt hat man sein Ziel schnell am Haken! Sicherlich ist es naheliegend, mit der Vorstellung der eigenen Person oder des Themas in den Vortrag zu starten. Doch seien wir einmal ehrlich, wann haben Sie zuletzt einen Einstieg nach diesem Muster als spannend empfunden? Charismatische Redner wie Steve Jobs oder andere Persönlichkeiten, machen es sich zu Nutze, ihr Publikum auf einer anderen Ebene – nicht auf der fachlichen – abzuholen. Am besten eignet sich dabei ein persönlicher Einstieg, bei dem Sie von einer persönlichen Erfahrung berichten, die in irgendweiner Weise einen Bezug zum Thema aufweist. Besonders aktuelle Themen, die einem breiten Medienecho gefolgt sind, bieten ausreichend Nährboden, um das Interesse am Vortrag zu wecken. Sie können sich persönlich aber auch zurücknehmen und mit einer rhetorischen Frage in Richtung Ihrer Zuhörer den Einstieg in Ihre Keynote beginnen. Fakt ist, dass es wesentlich spannendere und vor allem individueller Möglichkeiten gibt, einen guten Einstieg in Ihre Präsentation zu wählen.

G enießen Sie den Vortrag

Ob Sie Spaß bei Ihrer Präsentation haben, überträgt sich einerseits auf den Zuhörer, zum anderen macht es einfach mehr Spaß, wenn Sie die Situation annehmen und genießen können. Leichter gesagt als getan, oder? Sollten es Ihnen auf Anhieb nicht gelingen, dass Sie sich entspannen und darüber freuen können, dass Sie gleich eine Präsentation halten werden, lohnt es sich Zeit in das richtige Mindset zu investieren. Mit etwas Übung gelingt es Ihnen immer besser, sich in dieser Sitaution wohlzufühlen und die Keynote souverän und locker abzuliefern. Auch dann, wenn Ihr Start in den Tag womöglich alles andere als optimal war 😉

F akten

Schaffen Sie Fakten und halten Sie sich nicht lange damit auf, um den heißen Brei herumzureden. Ihr Publikum freut sich über einen strukturierten Vortrag, bei dem die Fakten bzw. Ergebnisse gut zu erkennen sind. Erkennbarkeit ist ein gutes Stichwort, denn das bloße Aneinanderreihen verschiedenster Ergebnisse, Zahlen oder Theorien führt zu einer Reizüberflutung mit Informationen beim Zuhörer. Überlegen Sie stattdessen, wie Sie Ihre Ergebnisse nach Möglichkeit visualisieren können und dadurch mehr Raum und Zeit zwischen den einzelnen Punkten schaffen können.

I nteraktion

Interagieren Sie mit Ihren Zuhörern, gehen Sie auf deren Bedürfnisse oder aktuellen Belange zum Thema ein.

K örpersprache

Aufrechter Stand, gerader Rücken, Arme hinter dem Rücken verschränkt? Viele Menschen sind der Ansicht, dass es vor allem wichtig ist, was sie sagen. Wissenschaftler haben allerdings herausgefunden, dass oft entscheidend ist, welche Signale Ihr Körper sendet – und damit meine ich nicht den Klang Ihrer Stimme während des Vortrags. Viele Dinge lassen sich im Vorfeld einer Keynote üben und führen zu einem selbstbewussten Auftreten. Die Köpersprcahe, also die Signale, die wir unbewusst senden, können wir nicht überlisten und manipulieren. Wenn Sie geistig abschweifend sind oder nicht hinter Ihren Thesen stehen, machen Sie sich bewusst: der Zuhörer merkt das. Das Publikum wird vielleicht nicht im Detail genau sagen, woraus dieser Eindruck resultiert, aber die Körpersprache offenbart Ihr Denken und Fühlen in genau diesem Moment.

L ächeln Sie

Haben Sie Spaß auf der Bühne, lächeln Sie. Es ist Ihr Moment, den Sie nutzen sollten, um die ungeteilte Aufmerksamkeit auf Ihre Ideen und Gedanken zu lenken. Ein Redner, der nach außen trägt, dass er sich in seiner Situation auf der Bühne wohlfühlt, hat leichteres Spiel, die Sympathie der Audience für sich zu gewinnen. Lächeln macht Sie sympathisch und wie Sie sicher an sich selbst auch schon festgestellt haben, hören Menschen gerne anderen Personen beim Sprechen zu, die sie sympathisch oder charismatisch finden.

M onitor / Bildschirm

Die Bilder vom letzten Skiurlaub mit der Familie oder die neuesten Angebote bei MediaMarkt: all das sollten Sie vor einem Vortrag von Ihrem Desktop verbannen. Zum einen dient es dem Schutz Ihrer Privatsphäre, zum anderen wirkt das potenzielle Chaos auf dem Desktop alles andere als professionell. Ein klar strukturierter Bildschirm hingegen hinterlässt einen positiven Eindruck beim Publikum und verleiht Ihnen ein besseres Abschneiden in puncto Souveränität.

P ausen

Machen Sie Pausen! Wieso? Weil Pausen einen positiven Einfluss auf einige Bereiche Ihres Vortrages haben. Durch gezielte Pausen können Sie dem Gesagten auf einfache Art und Weise mehr Gewicht verleihen und dem Publikum die Möglichkeit geben, die Bedeutung des Inhalts zu erfassen und vielleicht auch schon zum Nachdenken anregen. Auf der anderen Seite sind Pausen eine simple Gelegenheit, wie Sie sich selbst eine kurze Verschnaufpause von wenigen Sekunden verschaffen können. Ein schluck Wasser kann dabei nie schaden. Gerade dann, wenn Sie sich dabei ertappen, dass eines der klassischen Füllwärter „ähm“, „genau“ und weitere dieser Zunft ihren Weg auf Ihre Zunge gefunden haben, halten Sie am besten kurz inne. Sie wirken dadurch sehr souverän und sind gerade um ein nichtssagendes Füllwort herumgekommen. Sozusagen eine Win-Win-Situation.

N ervosität

Nervosität kann zum großen Gegner eines souveränen Auftretens werden. Aber ohne Nervosität leidet die Performance in einer Stresssituation, wodurch wir nicht immer in der Lage sind, Höchstleistungen zu erbringen. Nervosität hat also auch einen guten Einfluss auf unser Verhalten und unseren Fokus, solange sich das durch eine gewisse Anspannung äußert und die körperlichen Reaktionen nicht zu einem unsicheren Auftreten führen. Anspannung ist deswegen gut, um den Fokus für die wesentlichen Aspekte Ihres Vortrages nicht zu verlieren. Um jedoch zu vermeiden, dass die Anspannung zu groß wird und die Überhand gewinnt, sollten Sie sich – kurz bevor Sie mit Ihrer Keynote beginnen – Zeit für sich nehmen und sich gedanklich auf die bevorstehende Situation vorbereiten. Am besten eignet sich ein Ort, an dem Sie weitestgehend ungestört sind und kleine Übungen im Vorfeld Ihrer Präsentation machen können. Hierzu zählen beispielsweise spezielle Atemübungen, die Ihnen dabei helfen, Ihre Atmung zu normalisieren. Dadurch verleihen Sie Ihrer Stimme die nötige Kraft, um von Beginn an präsent zu sein. Machen Sie sich darüber hinaus klar, dass Sie gleich eine klasse Präsentation abliefern werden und Sie es sind, der über das nötige Expertenwissen verfügt. Also alles Gründe, damit Sie im Anschluss locker und fokussiert von Beginn an die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer für sich gewinnen können.

Q uellen

Achten Sie auf korrekte Zitier- und Quellenverweise. Nichts ist peinlicher als verschobene Formate, fehlerhafte oder fehlende Quellennachweise. Gerade dann, wenn Sie eine Keynote vor größerem Publikum halten sollten Sie sich absichern und Verweise in unmittelbarer Nähe zu einem Bild oder Zitat kenntlich machen. Sicherlich ersetzt dies nicht das ausführliche Quellen- und Literaturverzeichnis auf den letzten Folien Ihrer Präsentation. Dennoch sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite, wenn einige Personen aus dem Publikum Fotos oder Teile des Vortrags im Internet hochladen und Sie bereits auf Ihren Folien externe Inhalte kenntlich gemacht haben.

R ückfragen

Haben Sie schon einmal einen Vortrag erlebt, bei dem der oder die Redner/in nicht auf die Belange der Zuhörer eingegangen ist? Ich schon. Vermutlich ist das auch einer der Gründe, weswegen so viele Vorlesungen an Universitäten oder andere Bildungsveranstaltungen sich dermaßen in die Länge ziehen, dass am Ende keiner mehr zuhören will oder kann. Seien Sie sich immer bewusst: Sie sind der Experte und Ihr Ziel ist es, dieses Expertenwissen an andere weiterzugeben, sodass alle davon profitieren. Rückfragen aus dem Publikum sind weiters überaus positiv, denn sie zeigen, dass die Menschen Ihnen zuhören und sich damit auseinandersetzen, was Sie präsentieren. Zögern Sie daher nicht und bieten der Audience proaktiv in passenden Momenten an, Rückfragen zu stellen. Zum einen können Missverständnisse oder Unklarheiten Ihres Publikums gleich aufgearbeitet werden und zum anderen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Präsentation nachhaltig Wissen bei den Zuhörern aufbaut.

S tatement

Versuchen Sie Ihrem Vortrag ein Statment zu verleihen, das Ihre Handschrift trägt. Die Rede ist von einem Alleinstellungsmerkmal, das Sie von anderen Rednern in irgendeiner Weise unterscheidet. Ob es eine Anekdote zu Beginn oder Ende Ihrer Keynote ist, oder ob Sie Ihre Präsentation mit einem ganz bestimmten Witz vortragen: machen Sie sich Gedanken, wie Sie ein Stilmittel finden, das zu Ihnen passt. Entweder zu Ihrer Person, Ihren Werten/Überzeugungen oder einfach etwas, das Ihnen im Kontext passend erscheint und Sie für gut befinden, würden Sie im Publikum sitzen. Ihr Statment hat – gut eingesetzt – ähnliche Wirkung wie eines Visitenkarte. In etwa wie ein Aushängeschild, das für Sie und Ihre bekannten Vorträge steht, die immer wieder Menschen anziehen.

V orbereitung

Vorbereitung ist die halbe Miete – oder? Sagen wir mal so: es gibt Talente, die sehr spontan sind und auch souverän mit unvorhergesehenen Situationen umgehen können. Letztlich ist der gelassener, je besser die Vorbereitung war. Dazu zählen Anreise, Materialien für den Vortrag und die gegebenheiten vor Ort. Ich selbst bin sehr häufig mit der Bahn unterwegs und kann Ihnen daswegen ein Lied davon singen, wie es ist, wenn man trotz Pufferzeit nicht oder gerade so pünktlich am Bestimmungsort ankommt. Das ist natütlich immer mit Stress verbunden, was im Vorfeld einer Präsentation keine förderliche Wirkung auf die eigene Selbstsicherheit hat. Eine ausreichende Pufferzeit, je nach zur Anreise genutztem Verkhersmittel ist ein absolutes Muss. Im Zweifelsfall reisen Sie eben am Abend vorher an. Ansonsten gilt: haben Sie alle notwendigen Hilfsmittel eingepackt? Akkus vollständig geladen? Gerade im Bezug auf den Einsatz von technischen Hilfsmitteln befolge ich stets das Motto „never change a running system“! Diejenigen, die kurz vor einem wichtigen Ereigniss schonmal ein Update des Notebooks durchgeführt haben, wissen was ich meine. Ich kann Ihnen deshalb nur empfehlen, dass Sie potenzielle Updates erst nach wichtigen Termin auf Ihrer Hardware durchführen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen vereinbaren Sie einen Vortermin, um sich die Location Ihres Votrages anzusehen und sich über die Gegebenheiten klar zu werden. Sicherlich ist das nicht immer, sondern vor allem bei Keynote-Präsentationen mit mehreren Hundert Menschen im Publium notwendig.

Die Quintessenz ist relativ simpel: Je besser Sie vorbereitet sind, ergo je mehr Informationen Sie haben, desto gelassener und selbstsicherer werden Sie in Ihren Vortrag starten. Ergebnis? Ein voller Erfolg!

Z eigen Sie, was wichtig ist

Nutzen Sie neben metaphorischen und sprachlichen Gestaltungselementen schlichtweg einen Presenter oder Laser-Pointer, um wichtige Inhalte auf Ihren Folien hervorzuheben. Studien belegen, dass die Aufnahme von Informationen erleichtert wird, je mehr physiologische Reize ausgelöst werden. Durch unterschiedliche Ansprache der menschlichen Sinneswahrnehmung können Informationen schneller aufgenommen, verarbeitet und im Anschluss korrekt wiedergegeben werden. Nutzen Sie daher die Möglichkeit, zusätzlich zur auditiven Ebene mindestens die visuelle Ansprache Ihres Publikums zu forcieren.

W ortwahl

Welche Wortwahl man wählt, um Informationen zu verpacken ist nur sekundär? Wenn Sie das denken, liegen Sie falsch. Der Ton, bbwz. die Sprache macht die Musik! Und damit Ihr Vortrag wie Musik in den Ohren des Publikums klingt, sollten Sie einiges beachten. Das Thema Sprache ist vielschichtiger, als vermutlich angenommen. Deswegen hier in Kürze die wichtigsten Punkte, alles weitere in einem zusätzlichen Blogbeitrag.

Zwar ein alter Hut, deswegen aber nicht minder relevant. Das Überhäufen der Audience mit Fachbegriffen und sprachlichen Verrenkungen wird nicht zu einem besseren Verständnis oder einem hohen Aufmerksamkeitsniveau führen. Verwenden Sie sprachliche Formulierungen, die der Zielgruppen gerecht werden und angemessen sind. Manche Redner versuchen aus guter Absicht, ihren Vortrag wie eine GEschichte klingen zu lassen. Per se ist daran nichts schlech. Sie sollten jedoch aufpassen, damit Sie nicht zu viele Adjekive verweden. Adjektive sorgen dafür, dass der Inhalt Ihrer Aussagen diffuser werden und Ihrer Zuhörer die Kernbotschaften nicht so leicht und vor allem schnell erfassen können. Durch die Kombination von klarer Sprache und dem gezielten Einsatz von Pausen sorgen Sie für Klarheit und einfaches Verständis Ihres Vortrages. Das sollte Ihr Ziel sein, denn schließlich wollen Sie der Audience die Ergebnisse Ihrer Arbeit mit auf den Weg geben.

Sebastian Bohner

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